Lesung und Predigt verstehen

Kennen Sie das? Immer wieder kommt es vor, dass es nach einem Gottesdienst die Rückmeldung gibt, der eine oder andere Gottesdienstbesucher habe bei der Lesung, der Predigt oder dem Hochgebet etwas nicht verstanden.

Haben Sie schon den einen oder anderen guten Rat erhalten, der dann aber nicht so recht funktionierte? Hat der eine oder andere „Experte“ an der Anlage ohne nennenswerten Erfolg „herumgeschraubt“?

Der Beitrag, den Sie gerade lesen, ist anders. Erstens ist er absolut kostenlos. Zweitens resultiert er aus vielen Jahren Erfahrung im Umgang mit Kirchenakustik und -beschallung. Und die Tipps sind praxiserprobt.

Gibt es einfache und probate Möglichkeiten die Sprachverständlichkeit einer Kirchenbeschallungsanlage zu verbessern? Wir meinen ja. Oft sind es Kleinigkeiten, manchmal wird eine kleine Investition erforderlich. Hin und wieder sind es größere Maßnahmen, die den notwendigen Erfolg mit sich bringen.

Lesen Sie nun, wie Sie am besten vorgehen und mit welchen Schritten Sie schnell gute Ergebnisse erzielen.

 

1. Sagen, was verstanden werden soll.

Die Akustik ist in vielen Kirchen für das Sprachverstehen schwierig. Deshalb das Wichtigste zuerst. Was gesprochen wird, muss einfach und klar sein, die Sätze kurz.

Je nach Akustik eines Raumes werden nicht alle gesprochenen Silben vom Zuhörer verstanden. Trotzdem verstehen wir Sätze, auch wenn wir einzelne Worte nicht gut hören.

Viele Priester und Pfarrer sind erfahrene Sprecher. Für alle, gerade ungeübte Lektoren, hier ein paar Tipps:

Kurzen und einfachen Sätzen ist auch bei schwieriger Akustik leichter zu folgen.

Je länger und komplizierter Sätze werden, umso größer wird die Gefahr, dass durch unklare Silben und nicht verstandene Worte der Sinn nicht mehr erkannt wird.

Deshalb:

  • Möglichst in kurzen, vollständigen Sätzen sprechen.
  • Atempausen setzen.
  • Fremdwörter nur da, wo es unvermeidlich ist.
  • Im Text möglichst Worte aus dem aktiven
    Wortschatz der Zuhörer benutzen.

Das ist bei Lesungen mit vorgegebenem Text nicht immer möglich. Was ist hier zu tun? Lesung oder Evangelium vorher lesen und Sätze strukturieren. Kommas, Punkte und Absätze durch entsprechendes Betonen nutzen, um immer möglichst kurze Sinnzusammenhänge zu erzeugen.

Wer in der Kirche spricht, hat etwas zu sagen. Das ist ein besonders wichtiger Aspekt. Wer in dem, was er sagt sicher ist, klare Botschaften im Kopf hat, wird beim Sprechen automatisch durch Klang und Ausdruckskraft seiner Stimme maßgeblich zum Verstehen beitragen.

2. Deutlich und kräftig

Silben gehen nicht nur durch schlechte Raumakustik verloren. Ein Sprecher, der nicht deutlich betont, nicht klar ausspricht, sorgt für zusätzlichen Silben- und damit Sinnverlust des Gesprochenen. Gleiches gilt in Räumen mit langer Nachhallzeit für „Schnellsprecher“.

Was nutzt am besten? Vier einfache Regeln helfen:

  • Langsam sprechen. Auch wenn’s ungewohnt ist.
  • Hören, was vom Raum zurückkommt.
  • Keine zu großen Lautstärkeschwankungen im Text.
  • Deutlich, nicht zu leise artikulieren.

Geübte Sprecher haben etwas mit Sportlern gemeinsam: Sie trainieren regelmäßig. Auf der Website von Michael Straub unter dem Link http://www.straubissimo.de/Sprechen.html gibt es sehr gute Sprechübungen. Das ist empfehlenswert und hilft.

Zusammen mit anderen üben ist eine weitere, wichtige Maßnahme. Sich gegenseitig Texte vorlesen oder frei gesprochenes vortragen lassen, bietet den unschätzbaren Nutzen, aus der Rückmeldung des Zuhörers am Sprach- und Sprechstil zu „feilen“.